Infused gin – dem Geheimnis einzigartiger Aromen auf der Spur

Infused gin – dem Geheimnis einzigartiger Aromen auf der Spur
Infused Gins holen oft ganz besondere und neue Aromen aus den Botanicals heraus. Dafür nutzen sie traditionelle Physik – und die Kreativität der Destiller.


Gleichmal vorneweg:

Infused Gin ist nicht gleich infused Gin. Sprechen Destiller oder Gin-Kenner von gin infusion, meinen sie damit die Machart des Gins. Also das Herstellungsverfahren. Häufig werden aber auch bereits fertige Gins, die zuhause ganz individuell und nach Belieben noch mit Gewürzen, Kräutern, Früchten wie Blaubeeren oder einem Earl Grey Tee verfeinert werden als infused Gin bezeichnet. Ganz nebenbei entstehen so beim Gin selber machen Gin Cocktails und Drinks wie Gin Orange, Gin Sour oder Earl Grey infused Gin.

Der Unterschied:

Beim Gin selber machen – beziehungsweise selber geschmacklich verändern – wird der Alkohol nicht mehr destilliert. Die End-Produkte stehen bereits genussfertig zur Verfügung und werden nur nach Gusto aufgepeppt. Zum Beispiel mit Blaubeeren, Tees, oder Kräutern wie Thymian. Diese Zugaben können die Noten im Gin noch weiter unterstreichen oder mit ganz neuen Nuancen ergänzen. Kann man machen. Muss man aber nicht. Richtig spannend dagegen ist das gleichnamige Herstellungsverfahren, das auch als Mazeration oder Infusion bezeichnet wird. Diese Art der Zubereitung nämlich verleiht dem Gin seine einzigartigen Aromen und seinen unverwechselbaren Geschmack. Deshalb ist es: Top-Secret!

Was ist Mazeration?

Einfach erklärt handelt es sich bei beim Mazerieren um ein physikalisches Verfahren bei dem Kräuter, Gewürze oder andere Lebensmittel in Flüssigkeit getränkt werden. Noch heute nutzt man die Mazeration um Lebensmittel durch Einlegen haltbar zu machen. Nicht nur unsere Großeltern haben dieses physikalische Wissen für sich genutzt. Auch im Supermarkt kaufen wir ständig Produkte, die mazeriert werden: Früchte in Alkohol oder Antipasti in Öl haben wir alle schon einmal gekauft und den fruchtigen Geschmack des Alkohol ebenso genossen wie die besondere Note, die die Paprika und Chillies dem Öl verliehen haben.

Wie funktioniert die Gin Infusion?

Bei der Gin-Herstellung werden Gin Botanicals wie die Kräuter, Beeren, Früchte, Gewürze, Blüten, Blättern oder Wurzeln zunächst zerkleinert. Anschließend werden sie in den Neutral-Alkohol eingelegt und mit der Zeit ausgelaugt. Der Alkohol dient dabei als Lösungsmittel für die Gewürzzutaten. Nach und nach verlieren in diesem Prozess die Botanicals ihr Aroma. Diese gehen in den Alkohol über und verleihen ihm eine einzigartige Note. Achtung: Jetzt wird’s nochmal spannend ...

„How to infuse gin“ oder die Frage nach dem Gin-Rezept

Denn die exakte Auswahl der Botanicals, die Art des Neutral-Alkohols und die Einlegezeit machen zusammen die Qualität der Infusionen aus. Sie sind das Geheimnis, das in jedem infused Gin steckt. Und sie sorgen dafür, dass sich Aroma-Stoffe in genau dieser Komposition zu neuen Aromen entwickeln können. Weil KAIZA 5 ebenfalls zur Kategorie infused Gin gehört, können wir hier ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Die Betonung liegt auf: ein wenig. Denn wie bei allen Marken-Produkten, kennen auch bei unserem Gin aus Südafrika nur der Destiller Keegan Cook und sein engstes Team die Zusammensetzung der Infusion.

Was wir euch aber verraten können:

Die Komposition wird Copper-postilled, also in der Brennblase gebrannt. Und länger als üblich mazeriert. KAIZA 5 Gin wird deshalb auch als „higher than usual infusion“ bezeichnet. Das bedeutet konkret: Die Botanicals werden länger in den Neutral-Alkohol – in diesem Fall Zuckerrohr – eingelegt. Es entsteht ein Mazerat, in dem sich die Aromastoffe der Botanicals noch intensiver entfalten und im Gin widerspiegeln können. Was genau das bedeutet?

Botanicals neu interpretiert

Schon beim Öffnen der Flasche entfalten sich die Aromen der Zutaten Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, schwarze Johannisbeere und Grapefruit. Bei der Verkostung kannst du ihre Noten riechen. Dabei dominieren zunächst die frischen und fruchtigen Noten der schwarzen Johannisbeere und der Grapefruit. Dann erst setzt sich der würzige Duft der Wacholderbeeren durch. Am Gaumen dagegen dominieren zunächst die kraftvolle Würze des Wacholders und ein Hauch von Koriander. Zart begleitet von der fast schon schüchternen Süße der schwarzen Johannisbeere ergibt sich ein vollmundiges Geschmackserlebnis – herrlich frisch abgerundet durch die Zitrusnote der Grapefruit und ausgewählte Kräuternuancen.

Ist infused Gin ein guter Gin?

Diese Frage können wir pauschal nicht beantworten. Was ist denn überhaupt ein guter Gin? Einer der aus hochwertigen Zutaten besteht? Der aufwändig destilliert wurde? Der teuer ist? Für uns ist ein guter Gin, einer der authentisch und ehrlich ist. Der mit seinen besonderen Geschmacksnoten auf sich aufmerksam macht, aber dennoch unverkennbar Gin ist. Und ja, einer der anders ist, überrascht. Das kann ein infused Gin sein. Muss aber nicht. Denn Geschmäcker sind immer noch verschieden. Und das ist auch gut so. Gleiches gilt auch für Tonic Water. Auch bei der Wahl der Bitterlimonade kommt es im Grunde vorrangig darauf an, wie der Drink am besten schmeckt.

Hauptsache authentisch:

Was den KAIZA 5 so authentisch macht sind die ausgewählten Zutaten aus seinem Heimatland Südafrika. Die 5 Haupt-Botanicals Wacholderbeere, Koriander, Angelikawurzel, schwarze Johannisbeere und Grapefruit wachsen rund um den Tafelberg. Sie sind ein Teil Südafrikas. Im Zusammenspiel verbinden sie sich zu einem starken und dennoch fruchtigem Geschmackserlebnis, dass die exotische Vielfalt des Landes vollmundig widerspiegelt: Dabei bildet Wacholder mit einer holzig-blumigen Note, wie frisch aus dem Wald, das Fundament für den Gin. Kontrastieren hierzu verleihen ihm die saftig-säuerlichen Aromen der Grapefruit eine Frische, die sich mit der Süße der schwarzen Johannisbeere zu einem köstlichen Duett verbindet. Die Angelikawurzel, auch als Engelwurz bezeichnet, sorgt mit ihrer würzig-bitteren Note dafür, dass die Süße nicht zu stark dominiert. Gemeinsam mit dem Koriander, der auch in der asiatischen Küche für den etwas würzigen Geschmack sorgt, stimmt sie die Gesamtkomposition milde, ohne ihr dabei die Fruchtigkeit zu nehmen. Unverfälschlich erfrischend natürlich mit Eiswürfeln.

 

 

Was ist Infused Gin – kompaktes Wissen to go:

Nüchtern betrachtet, verbirgt sich also in dem Hinweis auf eine Infusion für Gin-Kenner lediglich die Machart des Gins. Speziell wird hierbei die Frage beantwortet: Wie gelangen die Aromen der Botanicals in den Neutral-Alkohol. Möglichkeit 1: Durch Mazeration, also das Einlegen der Gewürze, Früchte oder Kräuter in den Alkohol. Oder Möglichkeit 2: Durch den Dampf des Destillats, das durch die Botanicals strömt und dadurch die Aromen in den Gin aufnimmt. Manche Sommeliers können den Prozess der Herstellung übrigens erschmecken. So wie der Spirituosen-Kenner Ben von Whiskey.de. Wie er unseren KAIZA 5 pur, nur mit einem Gas Wasser zur Geschmacksneutralisation, verkostet hat. Welche Bestandteile er erschmeckt hat. Und zu welchem Ergebnis er gekommen ist, könnt ihr auf seinem YouTube-Kanal sehen, auf dem er immer wieder spannende Produkte vorstellt. Viel Spaß!

https://www.youtube.com/watch?v=60MUKY1nB-M